Respire  (Breathe)
Mélanie Laurent
Frankreich 2014, DCP, Farbe, 91 Min., OmdU

Atemberaubend. The Hollywood Reporter
Raffiniert, schonungslos, hypnotisch. Le Journal du Dimanche
Eine Chronik des Erwachsenwerdens, die sich vor unseren entsetzten, aber bewundernden Augen in einen Horrorfilm entwickelt. Le Monde

Mélanie Laurent hat einen guten Blick für das richtige Casting. Shooting-Star und César-Preisträgerin Lou De Laâge sieht wie die junge Jeanne Moreau aus und ist als kaltherzige Sarah beeindruckend. screendaily.com

Die 17-jährige Charlie ist in ihrem letzten Schuljahr. Geplagt von Zweifeln, desillusioniert und erdrückt vor Einsamkeit, bis ein neues Mädchen in die Klasse kommt. Sarah ist schön und emanzipiert. Charlie ist ganz aufgeregt, als Sarah beschließt, ihre Freundin zu werden. Ihre einsame Welt ist durch ihre intensive freundschaftliche Bande plötzlich aufregend geworden. Während jedoch bei Charlie die Gefühle immer stärker werden, flauen sie bei Sarah bald wieder ab, und so plötzlich sie in ihr Leben trat, so schnell ist sie auch wieder weg, auf der Suche nach einer neuen Freundin. Mit ihren Gefühlen alleine gelassen ist Charlie am Boden zerstört. In der jugendlichen Welt überschwänglicher Emotionen können jedoch Geheimnisse tödlich sein – und sie kennt Sarahs Geheimnis. Diese wunderbare Schilderung von der zerstörerischen Kraft jugendlicher Leidenschaften war ein Liebling der Kritiker_innen in Cannes. (Int. Filmfest Oldenburg)

Sarah erinnert ein wenig an Patricia Highsmith’s Hochstapler Tom Ripley und an den jugendlichen Taugenichts aus François Ozons Film Dans la maison (In the House), der sich bei einer Vorzeigefamilie einschleicht und alles zu erfüllen scheint, was ihr eigener Sohn nicht verkörpern kann. Wie gekonnt De Laâge die innere Traurigkeit von Sarah verkörpert, macht es uns als Zuschauer_innen unmöglich, sie nur als Soziopathin oder emotionalen Vampir zu sehen. Dieses Gefühl verstärkt sich sogar, sobald wir erfahren, woher Sarah tatsächlich kommt – eine Szene, die großartig gefilmt ist, die Kamera tastet das Haus von außen ab und beweist, dass die Regisseurin nicht nur genial mit ihren Akteurinnen arbeiten kann, sondern auch visuell äußerst talentiert ist. Die große Stärke von Respire ist, wie sehr es der Regisseurin gelingt, uns zu Kompliz_innen in Charlies und Sarahs klaustrophober, wechselseitiger Abhängigkeit zu machen. Erstaunlich, wie lebhaft Laurent die Welt heranwachsender Teenager noch in Erinnerung hat, wie schnell man sich als Außenseiter_in empfindet, wie sich Eifersucht und Liebeskummer anfühlen. All diese Gefühle durchfluten den Film, als ob Laurent selbst erst gestern noch so jung gewesen wäre. (Scott Foundas, Variety)

Mélanie Laurent
wurde 1983 in Paris geboren. Sie hat als Schauspielerin in zahlreichen Filmen, unter anderem in Je vais bien, ne t’en fais pas (Keine Sorge, mir geht’s gut, 2006), Beginners (2010, identities 2011) und Inglourious Basterds (2009) mitgewirkt. 2011 drehte sie ihren ersten Spielfilm Les Adoptés. Respire (2014) ist ihr zweiter Spielfilm, der beim Filmfestival in Cannes 2014 in der Sektion „Semaine de la Critique“ seine Premiere feierte.

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
15.06. 18:30 / Metro Kino Pleskow Saal

REGIE:
Mélanie Laurent

Buch: Mélanie Laurent, Julien Lambroschini nach einem Roman von Anne-Sophie Brasme.
Kamera: Arnaud Potier.
Schnitt: Guerric Catala.
Mit: Joséphine Japy, Lou De Laâge, Isabelle Carré, Roxane Duran, Alejandro Albbaracin, Carole Franck, Rasha Bukvic.


FILM EMPFEHLEN

print