Memories of a Penitent Heart
Cecilia Aldarondo
USA/Puerto Rico 2016, DCP, Farbe und S/W, 74 Min., amerikanische/spanische OmeU – Österreich-Premiere

Official Selection – Tribeca Film Festival 2016
Special Jury Award for Emotional Honesty – Indie Memphis Film Festival 2016
Winner “Best Documentary” – Austin GL FF 2016

A story of heartbreaking tragedy, of loss and pain and fanaticism.
screencomment.com
Most profoundly affecting. Village Voice
Tribeca Doc … tenderly examines a lost life. Village Voice

Memories of a Penitent Heart straddles a lot of divides – between art and social justice, between past and present, between the personal and the global. I’m making this film because I see the story of what happened in my family as a cautionary tale; there are thousands of similar stories buried across the world. I want viewers to see that bigotry doesn’t always look like a hate crime: often, it looks like blind love. Cecilia Aldarondo

Fünfundzwanzig Jahre nachdem Miguel Dieppa, geboren 1957 in Puerto Rico in einer Mittelklassefamilie, an AIDS verstarb, begibt sich seine Nichte, die Filmemacherin Cecilia Aldarondo, auf eine Entdeckungsreise in einen ungeahnten Sumpf von nie wirklich verarbeiteten Konflikten und legt Stück um Stück ein verstricktes und oft abgründiges Familiendrama frei. Wie viele schwule junge Männer zog Miguel in den 1980er Jahren von Puerto Rico nach New York City. Dort machte er am Theater Karriere und fand sein persönliches Glück mit einem liebevollen Partner im kosmopolitischen und liberalen „Big Apple“. Aber noch auf seinem Sterbebett tat er sich schwer, seine Homosexualität mit seiner streng katholischen Erziehung auf einen Nenner zu bringen. Kein Wunder, war doch die Großmutter eine fanatisch Gläubige, die ihn noch in seinen letzten Lebensstunden zu „bekehren“ und zu „heilen“ versuchte und darauf bestand, Miguel sei an Krebs erkrankt und nicht an AIDS. Viele Jahre später nimmt seine Nichte Cecilia Kontakt mit seinem Partner Robert auf, der von der Familie dämonisiert und verbannt wurde, um die Vergangenheit und das große Schweigen um den Onkel und sein Leben zu verstehen. Was sie entdeckt, ist eine oft schwer zu ertragende Mischung aus Vorurteilen, Homophobie, Heuchelei, religiösem Fanatismus und recht wenig „christlicher Nächstenliebe“…

Kürzlich entdeckte private Videos und Briefe, Interviews mit der Familie und aktuelle Aufnahmen im Cinema Verité-Stil verwebt Cecilia Aldarondo kunstvoll zu einer atmosphärisch dichten Visual History ihrer Familie – mit respektvoller Insistenz und durchaus fühlbarer eigener Betroffenheit, ja Wut – und entwirft gleichzeitig ein lebendiges Bild von der bis dato wenig bekannten Geschichte von schwulen Latino-Künstlern in New York, die in den Anfängen der AIDS-Epidemie starben. Es ist eine bewegende Geschichte über Fehler und Versäumnisse, über zweite Chancen und vor allem über die Frage, wie Glaube und religiöse Überzeugung in Krisenzeiten besser genutzt werden können.

Cecilia Aldarondo
hat einen MA vom Goldsmiths College und promovierte an der Universität von Minnesota. Sie ist eine vom „FILMMAKER“-Magazin 2015 definierten „25 New Faces of Independent Film“ und arbeitet derzeit als Assistenzprofessorin für Film am Skidmore College. Memories of a Penitent Heart ist ihr Regiedebüt.

www.penitentheart.com

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
17.06. 18:00 / Metro Kino Historischer Saal

REGIE:
Cecilia Aldarondo

Buch: Cecilia Aldarondo.
Schnitt: Hannah Buck.
Kamera: Brennan Vance.
Musik: Angélica Negrón.
Produktion: Cecilia Aldarondo, Patricia Benabe.
Ausführende Produzentin: Esther Robinson.

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