Sácame a pasear  (Take Me for a Ride)
Micaela Rueda
Ecuador/Mexiko/Kolumbien 2016, DCP, Farbe, 68 Min., OmeU – Österreich-Premiere

Es kommt nicht oft vor, dass man an Ecuador denkt, wenn es um spannendes LGBT-Kino geht. Micaela Rueda’s jüngster Film Take Me for a Ride hat das Potential, das zu ändern. Inside Out Toronto LGBT Film Festival 2016

Sara hat probiert, mit ihren Klassenkamerad_innen auszukommen, sich zu integrieren. Aber in ihrem Abschlussjahr hat sie einfach keine Lust mehr, mit den anderen Teenagern aus der Schule abzuhängen und die unbefriedigende Beziehung mit dem Nachbarsjungen weiter zu pflegen. Sie isoliert sich immer mehr, verbringt lieber kontemplative Nachmittage und raucht heimlich in ihrem Versteck. Diese Einsamkeit endet, als ein neues Mädchen namens Andrea an ihre Schule kommt. Andrea findet ihren Rückzugsort, die beiden Mädchen werden schnell unzertrennlich, entdecken ihre Liebe für Musik und teilen ihre Gefühle der Entfremdung. Sie fühlen sich „weird“ in einer restriktiven Kultur, die Unterschiede erst gar nicht fördert. Micaela Ruedas wundervoll beobachtetes Debüt fängt die obsessive Euphorie der ersten Liebe ein, konzentriert sich auf die traumhaften Momente, wenn es scheint, als gäbe es nur zwei Menschen auf der Welt. (Leah LoSchiavo, Frameline San Francisco LGBTI Film Festival)

Take Me for a Ride gelingt eine spannende Balance zwischen sehr realistischen, fast schon dokumentarischen Bildern, die den grau-in-grauen Alltag in der Schule einfangen, und den rauschhaften, traumartigen gemeinsamen Momenten der beiden Mädchen, in denen die Zeit still zu stehen scheint: die ersten heimlichen Küsse, ohne dass die Eltern etwas mitbekommen, Sex, der ganz und gar nicht prüde erzählt wird, der erste Besuch in einem Gay-Club, der wie ein erotisches Zauberland wirkt. Und dazu zwei Darstellerinnen, die nicht viele Dialoge brauchen, um die erotische Anziehung zueinander glaubhaft zu machen. Ein wortkarger, aber bildstarker Film. (Karin Cerny)

Micaela Rueda
hat von 2003 bis 2008 Film in Buenos Aires, Argentinien, mit Schwerpunkt Regie und Produktion studiert. Sie leitet Schauspielworkshops und dreht Filme. Dream Dead war ihr erster Dokumentarfilm. Sácame a pasear ist ihr erster Spielfilm.



KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
14.06. 22:00 / Metro Kino Historischer Saal

REGIE:
Micaela Rueda

Buch: Juan José Vallejo, Micaela Rueda.
Kamera: Manuel Bascoy.
Schnitt: Amaia Merino, León Felipe González, Micaela Rueda.
Produktion: Patricia Maldonado.
Mit: Samantha Caicedo, María Julia Rángel, Patricia Loor, Diego Naranjo.

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