A Escondidas  (Hidden Away)
Mikel Rueda
Spanien 2014, DCP, Farbe, 96 Min., OmdU

In Mikel Ruedas zarter Romanze kämpfen zwei Jungs um ihr kleines – und auch ein bisschen verschiedenes – Glück in einem schwulen- und fremdenfeindlichen Europa. Gunther Geltinger, Sissy
A moving and heartfelt gay first love story. BOYZ Magazine
Loss of innocence. Discovery of love.
Hidden Away is not only a love story. It is a love story, but it wanted to be much more than just this.
(Mikel Rueda)

In Spanien leben etliche illegalisierte Einwander_innen aus Marokko. Ihre Situation ist meistens unwürdig; ihre Perspektiven sind schlecht. Der junge Ibra aus Marokko ist einer von ihnen. Nicht nur, dass er sich mit den Behörden auseinandersetzen muss: Immer wieder schlägt ihm der blanke Rassismus ins Gesicht. Kein Wunder, dass er dem Spanier Rafa zunächst misstrauisch begegnet. Dieser hat jedoch einen Narren an Ibra gefressen und rennt ihm buchstäblich hinterher. Doch auch nachdem die beiden sich angefreundet haben und einander nähergekommen sind, kehrt nicht wirklich Ruhe ein. Denn spätestens als Ibra vor der Einwanderungsbehörde flüchten muss, nützt Rafa alles Rennen nichts mehr. Was ihm bleibt, ist eine Kette von Ibra und die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Ein romantischer Coming-of-Age-Film über eine unschuldige erste Liebe. Und eine politische Tragödie, die in Zeiten, in denen die Festung Europa von Frontex mehr und mehr abgeschottet wird und keine Woche vergeht, in der uns keine Schreckensmeldungen von ertrinkenden Flüchtenden im Mittelmeer erreichen, bedauerlich aktuell ist. (Guido A. Ben Shimon, Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg 2015)

A Escondidas erweist sich nicht als düsteres Sozialdrama, sondern wandelt munter und bisweilen sehr leichtfüßig auf den Spuren des Coming-of-Age-Films. Denn sobald sich Ibras Wege mit denen Rafas, einem Gleichaltrigen aus bürgerlichen Verhältnissen, kreuzen, rücken die Probleme des Flüchtlings in den Hintergrund. Die spielerische Montage, der verträumte Indie-Soundtrack sowie die warm leuchtenden Aufnahmen von Bildgestalter Kenneth Oribe schaffen einen filmischen Raum, der den anfangs noch zögerlichen, aber immer unbefangeneren Umgang der beiden jugendlichen Hauptfiguren rahmt. Die verliebten Jungs schaffen sich zumindest für einige Augenblicke ihr eigenes Paradies. In gleich zwei Szenen bewerfen sie sich mit Süßigkeiten, Waffeln und Fritten und übergießen sich mit Milch und Cola. Die Körper selbst werden auf diese Weise zum Schlaraffenland und erscheinen ebenso tröstlich und verführerisch wie die in allen Farben leuchtende Kirmes, die Ibra und Rafa einmal besuchen. Die eigene Haut schützt dieses gemeinsame Paradies, doch wie verletzlich und zart diese Grenze ist, müssen die Teenager auf schmerzhafte Weise am eigenen Leib erfahren. Am Ende tragen sie beide ihre Wunden und Schrammen davon – auch als Zuschauer_in bleibt man davon nicht unberührt. (Carsten Moll, queer.de)

Mikel Rueda
wurde 1980 in Bilbao, Spanien geboren. Er schreibt Drehbücher und führt Regie. Filmografie: Agua! (2012), A Escondidas (2014) und Bilbao-Bizkaia Ext: Día (2015).

 www.aescondidaspelicula.com

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
11.06. 18:00 / Metro Kino Historischer Saal

REGIE:
Mikel Rueda

Buch: Mikel Rueda.
Kamera: Kenneth Oribe.
Schnitt: Alex Argoitia.
Mit: Adil Koukouh, German Alcarazu, Joseba Ugalde.

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