Dohee-Ya  (A Girl at My Door)
July Jung
Südkorea 2014, DCP, Farbe, 119 Min., OmeU – Österreich-Premiere

Official Selection – “Un Certain Regard”, Cannes Film Festival 2014

Powerful and thrilling. David West, Neo
An atmospheric, thought-provoking, melodramatic debut. Empire
The film unspools into a noirish drama, all unclear motives and unexpected twists. Diva
Moody, morose, and strangely compelling. Bruce LaBruce
Die hypnotisierenden Performances von Doona Bae and Kim Sae-Ron sind der Treibstoff für dieses herzzerreißende Drama. Variety

Young-nam, Absolventin mit Auszeichnung der Polizeiakademie und auf dem Weg zu einer vielversprechenden Karriere, wird aus Seoul in einen kleinen, abgelegenen Fischerort versetzt. Irgendetwas ist vorgefallen, es scheint ihr nicht gut zu gehen – zumindest hat sie einiges in Reisschnaps zu ertränken. Vor Ort ist man skeptisch gegenüber der Großstädterin als Polizeichefin, haben hier doch ausschließlich die Männer mit harter Hand das Sagen. Schnell fällt ihr das Mädchen Dohee auf: Gemobbt von Mitschülern, öffentlich geschlagen und gedemütigt vom Vater, sucht sie in nahezu geisterhafter Erscheinung Hilfe bei Young-nam. Als diese das Mädchen schließlich den Sommer über bei sich aufnimmt und auch noch ihre Ex-Geliebte auftaucht, stellt sich das gesamte Städtchen gegen sie. Dohee-Ya bringt in wunderbaren Bildern eine fesselnde Mischung aus Psychodrama und Thriller auf die Leinwand. Hochkarätig besetzt mit dem koreanischen Superstar Doona Bae (Cloud Atlas und Netflix-Hit Sense8) als hartnäckige Polizistin im Kampf für Gerechtigkeit und bei der Premiere in Cannes frenetisch mit dreiminütigen Standing Ovations gefeiert. (Sebastian Beyer, Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg 2015)

In den letzten Jahren sind aus Südkorea einige spannende lesbische Filme wie Bonja, In My End Is My Beginning, Life Is Peachy gekommen – oder jetzt A Girl At My Door (Dohee-Ya), das Spielfilmdebüt der Regisseurin July Jung. Dank Wirtschaftswachstum und relativ liberalen politischen Rahmenbedingungen, hat die Akzeptanz von LGBT-Lebensentwürfen in den letzten 50 Jahren deutlich zugenommen. 20 Prozent der Südkoreaner_innen betrachten die LGBT-Community als wertvollen Teil ihrer Gesellschaft. In Seoul findet jährlich das "Korea Queer Culture Festival" statt. Trotzdem kann man nicht sagen, dass Homosexualität in Südkorea selbstverständlich geworden ist. Die Regierung weigert sich, Same-Sex-Gemeinschaften anzuerkennen. July Jungs eindringliches Debüt Dohee-Ya zeigt, dass es vor allem in ländlichen Regionen viele Vorurteile gibt. Der Film erlaubt eine gute Innenansicht, wie schwierig es noch immer für lesbische Frauen in der südkoreanischen Gesellschaft ist. Er besticht durch eine herausragende schauspielerische Leistung von Doona Bae, die in Südkorea ein Star ist. (peccapics.com)

July Jung
wurde 1980 in Damyang, Südkorea geboren und besuchte die National University of Arts in Seoul. Sie führte bei folgenden Kurzfilmen Regie: 11 (2008), A Dog Came into My Flash (2010) sowie A Man Under the Influenza (2007), bei dem sie auch das Drehbuch schrieb. Dohee-Ya ist ihr erster Spielfilm. 

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
12.06. 20:00 / Filmcasino

REGIE:
July Jung

Buch: July Jung.
Kamera: Kim Hyunseok.
Schnitt: Lee Younglim.
Musik: Jang Younggyu.
Produktion: Lee Changdong, Lee Joondong.
Mit: Bae Doona, Kim Sae-Ron, Song Saebyuk, Jang Weejin, Kim Minjae, Moon Seonggeun.

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