Spa Night
Andrew Ahn
USA 2016, DCP, Farbe, 93 Min., OmdU – Österreich-Premiere

John Cassavetes Award – Independent Spirit Awards 2017
Special Jury Award for “Joe Seo” – Sundance Film Festival 2016
Grand Jury Award – Outfest Los Angeles LGBTI Film Festival 2016
Bill Sherwood Award “Best First Feature” – Inside Out Toronto LGBT Film Festival 2016
 
Steamy! Variety
Melancholische, fast meditative Erzählung über die Selbstfindung und Selbstbehauptung – geschickt gemacht. Männer
Eindringliche, detailverliebte und sexuell aufgeladene Bilder. kulturnews
Fans […] erotisch-aufgeladener Atmosphären bekommen einen eindringlichen Film über Familienprobleme und die Sehnsucht nach intimer Zärtlichkeit geliefert. Sehr gut! omegabetazeta.de

David lebt mit seinen aus Korea stammenden Eltern in Los Angeles. Hier führt die Familie ein kleines Restaurant, in dem auch der zurückhaltende Sohn tatkräftig mitarbeitet. Als Davids Vater Jin sein Geschäft jedoch eines Tages aus finanziellen Gründen aufgeben muss, sieht sich die Familie gezwungen, einen Neuanfang zu wagen. Für David wünschen sich die Eltern ein besseres Leben und drängen den Sohn daher, sich auf ein Universitätsstudium vorzubereiten. Aber anstatt zu lernen, nimmt der Jugendliche heimlich eine Stelle in einem koreanischen Badehaus an. Hier, zwischen Schwitzräumen und Duschen, entdeckt der junge Mann eine geheime Welt voller Homoerotik und verborgener Sehnsüchte… (gayinternetradio.de)

Viele der traditionellen koreanischen Badehäuser von Los Angeles sind Tag und Nacht geöffnet und strikt nach Geschlechtern getrennt. Selbst wenn sie nur für Männer gedacht sind, sind sie nicht explizit schwul. Trotzdem treffen sich dort erotische Blicke, entwickeln sich heimliche Orgien in den Ruheräumen. Regisseur Andrew Ahn taucht bewusst nicht in die gut organisierte, schwule Saunawelt ein, sondern in ein Zwischenreich, zeigt nicht genormte Körper und nach wie vor verbotene Begegnungen. Obwohl explizit in seinen Sexszenen, bleibt der Film ebenso zurückhaltend wie das Gesicht seines Hauptdarstellers David Cho, der sich nicht in die Karten schauen lässt. Nur manchmal verrät er sein Begehren, etwa gleich zu Beginn, wenn sein Blick etwas zu lange auf dem muskulösen Oberschenkel seines Hetero-Freundes ruht. Ahn entwirft ein melancholisch-erotisches Coming-out, zeigt eine Figur, die zwischen zwei Welten steht: Kirchenbesuch mit den Eltern und schwules Erwachen im Dampfbad. Man merkt, dass der Regisseur eigene Erfahrungen verarbeitet hat und weiß, wie es ist, als schwuler Amerikaner mit südkoreanischen Wurzeln zwischen den in Traditionen verankerten Erwartungen der Eltern und den aufkeimenden eigenen Sehnsüchten wählen zu müssen. (Karin Cerny)

Andrew Ahn
ist ein koreanisch-amerikanischer Filmemacher, er wurde in Los Angeles geboren und wuchs auch dort auf. Er studierte an der Brown University und danach Film am California Institute of the Arts (CalArts). Filme: Dol (2012, Kurzfilm), Andy (2010) und Spa Night (2016).

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
10.06. 20:00 / Filmcasino

REGIE:
Andrew Ahn

Buch: Andrew Ahn.
Kamera: Ki Jin Kim.
Schnitt: Yannis Chalkiadakis.
Produktion: Il Ahn, Terry Ahn, Mattia Bogianchino, Beatrice Camerana, James Kuan, Marco Mazzonetto.
Mit: Joe Seo, Youn Ho Cho, Haerry Kim, Tae Song, Eric Jeong, Janice Pak, Angie Kim.



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