Kapgang  (Speed Walking)
Niels Arden Oplev
Dänemark 2014, DCP, Farbe, 108 Min., OmdU – Österreich-Premiere

Herrliche Polyester-Nostalgie mit einem gehörigen Schuss sexueller Zügellosigkeit! Variety
Knutschen üben mit dem Schulkameraden. queer.de

Coming-of-Age in den 1970ern in Dänemark. Martin ist 14, als seine Mutter an Leukämie stirbt. Während sein Bruder und Vater in Trauer versinken, will Martin, dass das Leben weitergeht. Schließlich muss er seine Konfirmation vorbereiten und für den Jahresendwettkampf im Gehen trainieren. Und er will endlich mit seiner Mitschülerin Kristine knutschen, die die Einzige ist, die ihn und seine Trauer wirklich versteht. Um bereit für den großen Moment zu sein, übt Martin das Rummachen schon mal mit seinem besten Kumpel Kim. Bis er merkt, dass es sich nackt neben ihm auch ganz toll anfühlt…

„Love hurts“ tönt es aus Martins portablem Kassettenrekorder, als er mit seinem Fahrrad von der Schule nach Hause fährt – überhaupt spielt der Film großartig mit Musik aus den 1970er Jahren. Der Sommer kann beginnen: Obwohl seine Mutter gestorben ist, möchte Martin etwas erleben. Kim, sein bester Freund, wirft ihm zärtliche Blicke zu, sie „üben“, wie es sein wird, mit einem Mädchen zu schlafen, dabei ahnen beide unbewusst, dass ihre nur anfänglich scheuen Berührungen mehr bedeuten. Aber zugeben können sie das nur für intime Momente. Kapgang versammelt alle Stärken des skandinavischen Kinos: Großartige Schauspieler_innen – vor allem die Teenager überzeugen – in einem Film, der mit großer Leichtigkeit auch ernste Themen behandelt. Setting und Kostüme lassen die 1970er Jahre wiederaufleben, ohne dabei künstlich zu wirken. Und die Hauptfigur Martin, ein sympathisch selbstbewusster Junge, lässt sich einfach nicht unterkriegen. In seiner charmanten Ungezwungenheit und pointierten Erzählhaltung erinnert Kapgang an die Filme von Lukas Moodysson (Fucking Åmål und Tillsammans). (Karin Cerny)  

Niels Arden Oplev
wurde 1961 in Dänemark geboren, arbeitet als Regisseur und Drehbuchautor für Film und TV. Seinen internationalen Durchbruch schaffte er mit Verblendung (2009), dem ersten Teil der Millennium-Trilogie, dem 2013 der Thriller Dead Man Down mit Colin Farrell und Noomi Rapace in den Hauptrollen folgte. Er verfilmte zudem einige Folgen der TV Krimi-Serie Der Adler.

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
09.06. 22:00 / Filmcasino

REGIE:
Niels Arden Oplev

Buch: Bo Hr. Hansen.
Kamera: Rasmus Videbæk.
Schnitt: Anne Østerud.
Mit: Villads Bøye, Frederik Winther Rasmussen, Kraka Donslund Nielsen, Anders W. Berthelsen, Sidse Babett Knudsen.

FILM EMPFEHLEN

print