Baisers cachés  (Hidden Kisses)
Didier Bivel
Frankreich 2015, Digital, Farbe, 88 Min., OmdU – Österreich-Premiere

Critics Award – Festival des Créations Audiovisuelles de Luchon 2016

Nathan ist 16, der Neue an der Schule und lebt allein mit seinem Vater, dem Polizisten Stéphane. Gerade angekommen, sorgt der Teenager schon für einen handfesten Skandal: Er wird bei einem Kuss mit einem anderen Jungen auf einer Party beobachtet und fotografiert. Als das Bild auf Facebook hochgeladen wird, beginnt ein gnadenloser Spießrutenlauf. Wer war der andere Junge? Das Rätselraten geht einher mit zunehmend handgreiflichen Anfeindungen seitens seiner Mitschüler. Vater Stéphane ist ratlos und zunächst schockiert, dass ausgerechnet sein Sohn schwul sein soll. Als sich herausstellt, dass der andere Junge der Junior-Boxer Louis ist, gerät die Welt aller Beteiligten zunächst aus den Fugen. Wird sich diese erste große Liebe ihren Weg bahnen?

In gewissem Sinne ist Baisers cachés, der für das französische Fernsehen gedreht wurde, eine Art Lehrfilm, der durchaus geeignet ist, in der Schule gezeigt zu werden. Führt er doch vor, wie Mobbing funktioniert und sich wie ein Virus in der ganzen Schule ausbreitet. Aber auch, wie plötzlich unerwartet doch so etwas wie Solidarität entsteht. Erst als Nathan verprügelt wird, überdenkt sein Vater seine ablehnende Haltung dem Sohn gegenüber. Für Nathan, der neu in der Klasse ist, ist es allerdings schon hart, dass ausgerechnet sein Lover Louis jetzt mit einem Mädchen ausgeht und sich an den Demütigungen sogar beteiligt. Baisers cachés zeigt die Macht der sozialen Medien: Ein Foto, von dem Nathan nicht einmal mitbekommen hatte, dass es gemacht wurde, zerstört beinahe sein Leben. (Karin Cerny)

Didier Bivel
wurde 1963 in Frankreich geboren. Er ist Regisseur und Drehbuchautor. Seine bekanntesten Filme sind (Auswahl): Fais-moi des vacances (2002), La Nuit des corps (1993) und Comme les autres (1996).

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
12.06. 22:15 / Filmcasino

REGIE:
Didier Bivel

Buch: Jérôme Larcher.
Kamera: Claude Garnier.
Schnitt: Catherine Schwartz.
Produktion: Elizabeth Arnac.
Mit: Patrick Timsit, Bruno Putzulu, Barbara Schulz, Jules Houplain, Catherine Jacob, Bérenger Anceaux, Luka Quinn.

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