AWOL
Deb Shoval
USA 2016, DCP, Farbe, 82 Min., OF – Österreich-Premiere

Official Selection – Tribeca Film Festival
Jury Award "Best Narrative Feature" – INDIE Memphis FF
Jury Award – Kansas City LGBT FF
Best First Time Director – QFLIX Philadelphia
Jury Award Best Women’s Feature – North Carolina GL FF

A small-town romance with big emotions. Stephen Saito, The Moveable Fest
Lola Kirke stands in no one's shadow here, delivering a quietly winning performance. John Defore, Variety
Deeply Affecting… Katie Walsh, IndieWire

Lola Kirke (Mistress America) besticht als Joey, eine junge Frau, die nicht so recht weiß, was sie nach dem Highschool-Abschluss mit ihrer Zukunft in einer Kleinstadt in Pennsylvania anfangen soll. Bei der Armee anzuheuern, scheint ihr zumindest ein Weg zu sein, Geld aufzutreiben, um später zu studieren. Doch plötzlich verliebt sie sich beim Sommerjob als Eisverkäuferin Hals über Kopf in Rayna (Breeda Wool), eine strauchelnde Hausfrau mit Fernfahrer-Ehemann und zwei Kindern.
AWOL, aus einem Kurzfilm entstanden, ist eine romantische Liebesgeschichte mit großartigen Hauptdarstellerinnen, eine perfekte Mischung aus Zärtlichkeit und hartem Realismus. (Cara Cusumano, Tribeca Film Festival 2016)

Wahrscheinlich ist die Gegend, in der AWOL spielt, genau eine jener Ecken, in denen Donald Trump beim US-Präsidentschaftswahlkampf gewonnen hat: Ein eher tristes Kaff in Pennsylvania, in dem keine_r Chancen auf einen guten Job hat, man sich aber trotzdem gern abgrenzt von jenen, denen es noch schlechter geht. Die Eltern von Joey schauen zumindest auf Frauen wie Rayna, die in einem Wohnwagen lebt, herab. Sie sei „white trash“, würde ihre Kinder doch nur kriegen, um Sozialhilfe zu kassieren, heißt es einmal im Film. Regisseurin Deb Shoval, die diesen Landstrich gut kennt, blickt mit großer Zuneigung und fast dokumentarischem Blick auf die heruntergekommenen Bars, die tristen Shoppingmalls, in denen ihre beiden grandios gespielten Protagonistinnen ihren Alltag verbringen. Breeda Wool, die bereits in der TV-Serie UnREAL eine lesbische Bachelor-Kandidatin verkörperte, sieht in ihren Wolf-T-Shirts und Cowboy-Boots einfach fantastisch aus, ihr überbordender Optimismus steckt an. Die Sexszenen zwischen den beiden Frauen sind unbekümmert und freizügig. Die große Frage, die der Film sehr berührend stellt, ist, ob sie eine gemeinsame Zukunft haben. Können sich beide aus ihren festgefahrenen, sozial bestimmten Strukturen lösen? „Würdest Du in die Armee gehen, wenn Du reich wärst?“, wird Joey von einer befreundeten lesbischen Studentin gefragt. „Wahrscheinlich nicht“, antwortet diese lakonisch. (Karin Cerny)

Deb Shoval
wuchs in einem Kohleabbaugebiet in Pennsylvania auf, wo sie heute eine Bio-Gemüsefarm besitzt. Sie hat einen Master of Fine Arts in Film von der Columbia University. Shoval’s Kurzfilm AWOL (2011) wurde beim Sundance Film Festival mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Frau, der Pädagogin und Dramatikerin Tala Manassah, in New York City.

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
14.06. 20:00 / Filmcasino

REGIE:
Deb Shoval

Buch: Deb Shoval, Karolina Waclawiak.
Kamera: Gal Deren.
Schnitt: Jeffrey Wolf.
Musik: Gingger Shankar.
Mit: Lola Kirke, Breeda Wool, Dale Soules, Ted Welch, Bill Sage, Britne Oldford, Libby George, Charlotte Maltby, Sadie Butler, Hannah Dillon.


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