20 Centimetros  (20 Centimeters)
Ramón Salazar
E 2005, 35mm, Farbe, 113 min, OmeU - Österreich-Premiere

Special Jury Award “Originality of Vision” – Miami Gay & Lesbian FF 2006
2nd Place Youth Jury Award – Locarno Intl FF 2005
Critics’ Award “Best Music” – Málaga Spanish FF 2005

Rodgers and Hammerstein meets My Own Private Idaho, with a little Hedwig thrown in. Out Magazine

Vastly entertaining. Fuses Hollywood musicals, neorealism and early-Almodovarian kitsch! Variety


In zwanzig Zentimetern kann der entscheidende Unterschied liegen. Zumindest im Leben von Marieta, die eigentlich Adolfo heißt und jeden einzelnen der 20 cm ihres Penis inbrünstig hasst. Auch wenn dieser ihr den entscheidenden Vorteil auf dem Straßenstrich verschafft. Geplagt von der Schlafkrankheit Narkolepsie schläft sie zudem in den unpassendsten Momenten ein. Doch immerhin verhelfen ihr diese Auszeiten zu wunderschönen Träumen und dem Publikum zu absolut mitreißenden Musicalszenen, in denen Marieta als Glamourgirl ganz Cyd-Charisse-like durch quietschbunte Settings schwingt. Ein weiterer Lichtblick: der muskulöse Body des neuen Obstlieferanten, der sich mit ihr auf eine Affäre einlässt, obwohl auch in dieser Beziehung besagte 20 cm wieder eine tragende Rolle spielen. Umgeben ist die verkannte Diva, die nachts als Adolfo und Teil einer Putzkolonne in einem Madrider Bahnhof ganz den Mann heraushängen lassen muss, von anderen sympathischen und durchgeknallten Außenseitern wie ihrem kleinwüchsigen Mitbewohner, dessen Traum es ist, Cello zu spielen.
Ein grelles und schmissiges Musical um Sehnsucht, sexuelle Identität und skurrile Fantasien, das Almodóvar nicht hätte besser machen können. (Verzaubert 2008)

In 20 Centimentros knüpft Regisseur Salazar an die frühen Filme von Almodóvar an, in denen queerer Kitsch und lustvoller Anarchismus auf durchaus tristen Neo-Realismus prallten. Die Gewalt des Straßenstrichs idealisiert 20 Centimentros keine Sekunde lang (Almodóvar-Heroine Rossy De Palma liefert einen ebenso grandiosen wie tragischen Gastauftritt als Nutte). In den mitreißenden Musical-Szenen, die eine Art Ventil in Marietas geplagtem Leben sind, erweist Salazar nicht nur dem klassischen Hollywoodmusikfilm eine zeitgemäße Hommage, er profiliert sich auch als origineller Popkenner: Neben Songs, die längst als queere Klassiker gelten – Queens „I Want to Break Free“, Sabrinas „Boys“ oder Madonnas „True Blue“, die allesamt in aufregenden Remixen erklingen –, gemeindet Salazar auch Michael Jacksons Video „Thriller“ in den queeren Musikkomsos ein. So heiß haben Zombies schon lange nicht mehr ausgesehen. (Karin Cerny)

Hauptdarstellerin Mónica Cervera hat keine Meisterstimme, aber das passt hervorragend zum Motto des Films, dass alle ein Talent haben, aber nicht jeder genug Geld, es zu entwickeln. Ansonsten ist Cervera – im Körper eines Mannequins und mit dem Gesicht von Steve Buscemi – die Idealbesetzung. Sie ist wohl der einzige Mensch der Welt, der als Marylin Manson verkleidet besser aussieht als ohne Schminke, wie eine kleine Hommage an Michael Jacksons „Thriller“-Video im Film beweist. (rm, Out Now)

Ramón Salazar
Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler, wurde bereits für seinen ersten Kurzfilm Hongos mit zahlreichen Preisen auf internationalen Festivals ausgezeichnet. 2003 wurde er mit dem Opernfilm Stones für den Goya-Preis als Bester Nachwuchsregisseur nominiert, mit dem er auch bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin vertreten war. 20 Centimetros ist sein zweiter Spielfilm, bei dem er erneut mit der Schauspielerin Mónica Cervera zusammengearbeitet hat.
 

KATEGORIE:
PROGRAMMSCHIENEN:
10.06. 22:00 / Filmcasino

REGIE:
Ramón Salazar

BUCH:
Ramón Salazar

KAMERA:
Ricardo de Gracia

SCHNITT:
Teresa Font

MUSIK:
Najwa Nimri, Pascal Gaigne

MIT:
Mónica Cervera, Pablo Puyol,
Rossy De Palma, Pilar Bardem,
Najwa Nimri, Miguel O’Dogherty,
Macarena Gómez, Lola Dueñas,
Concha Galan, Geli Albaladejo



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